Der Preis für die Beste Regie geht an Hannes Schilling für GOOD NEWS.
Begründung der Jury: Ein Film, der uns nicht mehr losgelassen hat. Während wir ihn sahen und danach. Erzählt mit den erprobten filmischen Mitteln aus der Drehbuchküche. Mit dem guten Senf der Dramaturgie, der so manches schon vorhersehbar gemacht hat und uns ein bisschen schläfrig. Doch wir haben nicht geschlafen. Wir waren gespannt. Wir wollten wissen, wie es weitergeht. Denn die filmischen Mittel wurden hier gefüllt mit einer inszenatorischen Wahrheit. Mit einer gelebten relevanten Frage der Regie. Mit einer Nähe zu ihren Figuren. Mit einer klaren Perspektive, die dennoch eine Suche bleibt. Es geht um Überleben… Um das Berufliche auf der einen Seite und um das Nackte auf der anderen. Wie weit sind wir bereit zu gehen, um unsere Ziele zu erreichen? Ein Mann begibt sich auf eine Reise in ein ihm fremdes Land. Wir lachen über seine Blauäugigkeit. Aber wir lachen ihn nicht aus. Wie bei einer guten Komödie finden wir etwas in
ihm, das wir kennen. In ihm erkennen wir unsere westliche Arroganz, die das eigene berufliche Überleben über das der anderen stellt. Über das nackte Überleben derer, in deren Ländern wir unser Unwesen treiben. Diese Arroganz braucht die Katastrophen, wie die Medien, die die Klicks brauchen, um zu überleben. Die Filmmusik erzählt den Helden wunderbar kontrapunktisch als blauäugigen Invader. Die Montage lässt das Leben in dem Film atmen. Wir Zuschauende erleben Menschlichkeit, ohne eine Sekunde zu vergessen, was wir sehen. Eine herausragende Inszenierung, die auch vom Mut herrührt, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und in dem anderen Land viel Zeit zu verbringen, zu recherchieren, eine Nähe zu suchen und dieser Nähe ein filmisches Gesicht zu geben.
